Billy Talent & More

Zehn lange Jahre, drei Studioalben und unzählige Konzerte liegen zwischen dem letzten Billy Talent Konzert in Freiburg und heute. Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht das erste Mal alt vorkommen, bei dem Gedanken daran, dass man damals im Februar 2007, ebenfalls in der selben Halle stand und zu den Hits vom Album Billy Talent II abging.

Fast genau zum einjährigen Geburtstag des aktuellen Albums “Afraid of Heights” kamen Billy Talent nun endlich wieder zurück und hatten auch direkt die aufstrebenden Jungs von Van Holzen als Support dabei.

Auf die Sekunde genau fingen Van Holzen mit ihrem halbstündigen Set an. Direkt Vollgas, direkt Stimmung! Die erste halbe Minute stand ich etwas fassungslos im Fotograben und war mich nicht sicher, ob es die selben Jungs wie beim Interview am Nachmittag waren. Bei genanntem Interview, welches ihr demnächst bei AmplifierTV anschauen könnt, wirkte besonders Schlagzeuger Daniel sehr ruhig und fokussiert. Gib dem Typen jedoch ein Schlagzeug und er wird zum Monster! Aber nicht nur er, sondern auch seine zwei Bandkollegen ließen es ordentlich krachen. Das wurde von der Crowd sehr gefeiert. Obwohl ein Großteil der Leute wohl nur für den Headliner am Start waren, bildete sich rechts vor der Bühne ein kleiner „Mosh Hot Spot“, in dem sich die Van Holzen Fans austoben konnten.

Man sollte meinen, dass die Umbaupause auch für etwas mehr frische Luft sorgt. Nicht so an diesem Abend, denn die meisten blieben in der Sick Arena, um sich ihren Platz zu sichern oder noch weiter nach vorne zu kommen. Der Rest gönnte sich draußen frische Luft oder auch eines der nicht gerade günstigen Getränke, wie es so oft bei den Konzerten dort der Fall ist.

In Sachen Zeitmanagement nahm man es vor Ort auf jeden Fall ganz genau, denn Punkt 21 Uhr ging das Licht aus und Ian D’Sa tauchte mit Gitarre im roten Scheinwerferlicht auf. Mit “Devil In A Midnight Mass” und “This Suffering” knallten Billy Talent direkt zwei altbekannte Songs raus, was auch mit großer Begeisterung und ordentlich Bewegung im Publikum angenommen wurde. Auf der Bühne selbst sah man anfangs nur Frontmann Benjamin Kowalewicz herum hüpfen. Später gaben aber auch Ian D’Sa und Jonathan Gallant etwas mehr Vollgas und spielten dann sogar zwei Songs auf dem konstruierten Bühnenbild.

Für den größten Gänsehaut-Moment sorgte definitiv der Song “Nothing To Lose”, welcher dem kürzlich verstorbenen Linkin Park Sänger Chester Bennington gewidmet wurde. Dabei wurden nicht nur Feuerzeuge hochgehalten, sondern auch stimmgewaltig mitgesungen.

Nach diesem doch sehr intensiven Song ging es mit einem bunten Best-of aus allen fünf Alben weiter, bis es Zeit für den letzten Song war: Red Flag. Ersatzdrummer Jordan Hastings, welcher 2007 bereits als Trommler für Alexisonfire mit in Freiburg dabei war, startete mit dem markanten Intro den finalen Abriss.

Anschließend ließen die Kanadier ihre Freiburger Fans lange auf eine Zugabe warten, kamen dann aber doch noch mal raus und knallten der schweißgetränkten Menge weitere drei Songs um die Ohren.

Nach gut 90 Minuten ging eine heiße Show zu Ende. Es wurden zwar alle Alben angespielt, der Abend fühlte sich trotzdem eher wie ein kleiner Flashback ins Jahr 2007 an, denn über die Hälfte der gespielten Songs stammen von den ersten beiden Platten und sorgen heute wie damals für extrem viel Begeisterung. Wir sehen uns dann hoffentlich nicht erst in zehn Jahren wieder.

Weitere Fotos vom Konzert gibts bei trvelove.

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