Die Broilers feiern 20-jähriges Jubiläum und sind mit ihrer neuen Tour „NOIR“ ein weiteres Mal in Freiburg zu Gast! Erfolgreicher denn je, spielen die Düsseldorfer aber mittlerweile nicht mehr im Jazzhaus, sondern in der nächst größeren Liga: Zäpfle Club – Platz für 3.000 Besucher. Ob die Musiker um Frontmann Sammy Amara dem gerecht werden?

Als die letzten Akkorde der Vorband Northcote gerade verklungen sind, konnte man bereits das erste Fazit ziehen: Der Club war mehr als ordentlich mit Besuchern gefüllt und das Publikum konnte kaum bunter sein: Von sehr jung bis alt, vom Punk bis zum Fangirl war so ziemlich alles vertreten. Die Broilers sorgen für Fan-Nachwuchs und fächern mit dem sechsten Studioalbum „NOIR“ noch einmal breiter in der Masse. Die Platte ist eingängiger denn je, ruhige Songs wechseln sich mit radiotauglichen Hymnen ab. Der Nachfolger zu „Santa Muerte“ bringt viel Gesprächsstoff mit sich: zu poppig, oder der nächste Schritt in die richtige Richtung? Entscheidet selbst. Platz eins in den deutschen Album-Charts spricht für sich…

Endlich wurde das Licht gedimmt und auf einem Banner direkt vor der Bühne gab es einen kurzen Flashback durch die letzten 20 Jahre der Band. Nach einigen Fotos und Videos aus alten Zeiten, sank die Stoffleinwand zu Boden und der Opener „Harter Weg“ heitzte ohne Probleme dem Publikum ein. Die Bühne war im Gewand des aktuellen Albums gekleidet, der Backdrop zeigte die Skyline von der Single „Ist da jemand?“ und das Licht war den beleuchteten Etagen der Wolkenkratzer nachempfunden. Musik hin oder her, grafisch mischen die Broilers seit Jahren in der obersten Liga mit. Da Sänger Sammy Amara auch verantwortlich für die Gestaltung ist, kann man die rote Linie bis in die Lichter zurückverfolgen. Während der Show gibt es drei verschiedene Bühnen-Hintergründe zu begutachten, immer passend auf die Tracks abgestimmt.

Musikalisch sind die Broilers einfacher gestrickt: Die Song-Strukturen kommen ohne großen Facettenreichtum aus und zeigen oftmals den selben Aufbau, was gerade in vielen Mid-Tempo-Passagen zu einer gewissen Monotonie führen kann. Die Lyrics der Band sind im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Bands wie z.B. Turbostaat direkter, verzichten auf große metaphorische Experimente, sind einfach zu verstehen und laden den Besucher direkt zum Mitsingen ein.

Neben vielen neuen Songs wie dem vorher genannten „Ist da jemand?“ und „Ich will hier nicht sein“, durften „Meine Sache“, oder „Tanzt du noch einmal mit mir?“ natürlich nicht fehlen… Das Set war also bunt gemischt, und jeder Fan, ob neu oder alt, kam auf seine Kosten. Auch die Band hatte sichtlich Spaß, was nicht selbstverständlich sein dürfte nach solch einer langen Zeit gemeinsam auf und neben der Bühne. Bassistin Ines und Gitarrist Ron fegten mitsingend über die Bühne, während Sammy das Publikum im Griff hatte. Und selbst das Rothaus Tannenzäpfle fand auf der Bühne ab und an einen Abnehmer, was in der Halle selbst jedoch gar nicht so einfach war: Genau zwei Getränkestände sorgten, gerade in der Umbaupause zwischen den Bands, für längere Wartezeiten und sichtlich gestresste Besucher.

Doch nach zwei Zugaben und dem Klassiker „Blume“ war nach der Show nichts mehr davon zu merken, das Publikum war zufrieden und diskutierte noch bis in die Straßenbahnen über das Erlebte. Die Broilers werden ihrer Rolle als nationaler Chartstürmer gerecht und man kann gespannt sein, wohin die Reise noch hingeht. Der Zäpfle Club ist jedenfalls eine super Location, und Freiburg brauch dringend mehr Bands in dieser Größenordnung! Im Februar bahnt sich bereits das nächste Highlight an…

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