CD Review: Back To Paradise EP

Back To Paradise haben im April eine EP mit lediglich drei Songs veröffentlicht, doch es benötigt ein paar mehr Worte, um diese zu beschreiben. Die selbstbetitelte CD bietet innerhalb dieser neun Minuten nämlich vielfältigen, deutschsprachigen Punkrock, mit dem wir so zu Beginn nicht gerechnet hätten.

Das Auge hört mit!
Back To Paradise, CD, Cover, Freiburg, PunkrockDie EP kommt klassisch im Pappschieber und überzeugt direkt durch die Gestaltung. Auf dem Cover gibts eine schicke Illustration von Svenson, die hier in Freiburg den meisten ein Begriff sein sollte, denn die Lady hat schon einige Poster für so manches Lucky Booking- und Slacklinecityshows-Konzert gestaltet. Der Titel zeigt den Wolf im Schafspelz, reduziert auf die Köpfe mit dem Schriftzug der Band im Hintergrund. Das bietet natürlich viel Interpretationsmöglichkeit, denn diese Symbolik gibt es schon das eine oder andere Jahr. Der erste Track liefert mit den Zeilen „Dein Schauspiel ist vorbei“ und „Deine Maske ist gefallen“ jedoch direkt Gewissheit, dass diese Symbolik nicht nur Zierde darstellt.

Mucke Mucke Mucke!
Back To Paradise singen deutsch, ohne flach zu klingen und wissen gut mit ihren Worten umzugehen. Die Lyrics sind zwar gut verständlich, regen aber erstmal zum Grübeln an. Beim ersten Durchlauf wird man nicht den Sinn hinter allen Worten erkennen, daher sollte man die Tracks mehrere Male anhören. Das ist ja auch wesentlich spannender, als wenn man Songs einmal anhört und dann wieder ins CD-Regal verfrachtet. „Funktionslos“ handelt z.B. von Trennung, davon sich in einer Beziehung für den Partner zu verbiegen und auch davon, vom Partner hintergangen zu werden. Die Lyrics sind allgemein recht kritisch gehalten und werden durch zwei-stimmige Passagen wirklich gut hervorgehoben.

Das Songwriting ist zusätzlich auf einem guten Level und überzeugt durch Struktur, einige gut gesetzte Soli und eine gute Aufteilung zwischen Rhythmus und Lead-Gitarre. Bass und Drums kommen sehr solide rüber. Allgemein klingen die Songs sehr straight, hauen dann aber wieder einen ordentlichen Break rein, um Platz für härtere, als auch softere Parts zu lassen. Beispiel hierzu ist der Song „Abgrund“. Diese Art der Unterbrechung kommt richtig frisch und verhindert gleichzeitig, dass alles ein wenig zu monoton klingt. Well done!

Anspieltipp?
Der eben genannte Song „Abgrund“ hat wirklich alles. Harte Parts, softe Passagen, zweistimmige Vocals, ein schönes Intro. Da sollte man auf jeden Fall mal reinhören!
» https://btpcru.bandcamp.com/releases

Recording!
Die Aufnahme-Qualität ist für eine EP beachtlich gut, die Gitarren überzeugen in den Höhen als auch mit Druck in den Tiefen Parts. Die Vocals stehen gut über dem Instrumental, ohne zu laut oder zu leise zu klingen. Mit dem Schlagzeug steht und fällt meist die komplette Aufnahme: Wenn das scheiße klingt, können die Gitarren noch so gut sein, das bügelt dann auch nichts mehr aus. Auf den drei Tracks klingen die Drums richtig fett und ultra-konstant, daher tippe ich jetzt mal auf einen Drum-Computer. Es gibt natürlich immer zwei Meinungen zu diesen Hilfsmitteln. Doch wenn man kein Budget für eine fette Produktion mit großem Tonstudio hat und nur eine kleine EP aufnehmen will, finde ich das absolut legitim, solange man natürlich auch Live abliefern kann. Wenn ich mich allerdings täuschen sollte und Benjamin die Songs „live“ eingeholzt hat: Chapeaux! Dann wird es auf jeden Fall mal Zeit für eine Live-Review.

Fazit!
Back To Paradise setzen mit ihrer EP die Messlatte recht hoch an. Die Songs sind durchdacht und vielfältig im Instrumental als auch in den Vocals. Alle Fans von Punkrock mit deutscher Sprache sollten hier reinhören, alle anderen natürlich auch! Jetzt wird es Zeit für ein paar mehr Tracks, denn 9min Hörerlebnis sind natürlich viel zu schnell vorbei.

WEAR I BELONG Herzfrequenz
Musik lässt unser Herz bei guten Tracks schneller schlagen. Bei langweiligen, monotonen Songs flacht die Frequenz ab. Wie sah das bei dieser CD aus?

Herzfrequenz CD-Review

( Wir bewerten Gestaltung, Aufnahmequalität, Track-Anzahl und die Songs selbst )

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