CD Review: Lasting Traces »you + me«

Lasting Traces haben eine neue Platte raus. Ok, neu war sie am 04. September 2015, als sie das Licht der Welt erblickte und über Demons Run Amok Entertainment veröffentlicht wurde. Seitdem waren die fünf Herren viel auf Tour und haben auch schon wieder einige neue Shows veröffentlicht. Wichtigste Show überhaupt: 16. Februar im Crash Freiburg mit sehr vielen anderen internationalen Acts. Ein guter Grund nochmal einen Blick auf die CD zu werfen.

Das Auge hört mit!
Lasting Traces, you+me, CD Review, AMplifier, WEAR I BELONGDas Album kommt im schönen Black & White Digipack und besticht direkt von Beginn an durch Reduziertheit. Das Cover besteht schlicht aus einer Blume, die bereits mit dem schwarzen Hintergrund zu verschmelzen scheint. Darauf steht noch der Bandname und Albumtitel in der selben Schrift gehalten, that’s it. Und stellt euch vor, es gibt sogar ein Booklet mit Texten, Bandfoto und Produktionsinfos. Da kann man ja mittlerweile fast von einer Seltenheit sprechen. Selbst wenn man Bands von Sony BMG ins Regal aufnimmt, muss man nicht mehr all zu viel erwarten, was den Bookletumfang angeht. Die Innenseiten konzentrieren sich jedenfalls auf die Lyrics, ohne dabei besonders künstlerisch zu wirken. Doch ist die Mucke auch reduziert?

Mucke, Mucke, Mucke!
Im Gegenteil! Bereits vom ersten Track weg, zeigen die Ex-Freiburger, wo die Reise auf diesem Release hingeht. Die Shouts bleiben im Vergleich zur vorherigen Platte „Old Hearts Break in Isolation“ ähnlich, werden aber durch viele Clean-Vocals von Gitarrist Dani aufgelockert, erweitert und teilweise sicherlich auch abgelöst. Im Vergleich zum Vorgänger erstreckt sich durch diese Vielfalt in den Vocals definitiv mehr Abwechslung, mehr ruhigere Passagen und mehr Breaks. Aber keine Angst, auf die Mütze gibt es nach wie vor trotzdem noch, nur eben nicht mehr von Anfang bis Ende.

Instrumental haben Lasting Traces definitiv an Harmonien gefeilt. Die Riffs sind ausgereifter, der Sound klingt mehr nach einer Einheit und teilweise haben die Gitarren an passenden Stellen auch mal ein bisschen weniger Drive, was die Melodien jedoch besser unterstützt und in den Vordergrund hebt. Mit dem Track „Summer Dress“ gibt es sogar einen ruhigen Song, den man im Verhältnis quasi als Ballade laufen lassen könnte. Natürlich sind auch hier Shouts am Start, aber vielleicht findet sich hier auch die Reduziertheit des Covers am Besten wieder. OK, „Lone Wolf“ zielt auch schon in diese Richtung, aber erst in den einzelnen Strophen und nicht im Gesamtpaket.

Musikalisch würde ich die Platte irgendwo zwischen Punkrock, Hardcore und Rock ansiedeln, wenn man das überhaupt muss!? Hört lieber selbst rein.

Anspieltipp?
Mit dem ersten Song-Release der Platte haben Lasting Traces alles richtig gemacht: Golden Cage hat einfach alles, was die Platte ausmacht: Melodische Riffs, starke Shouts, eingängige Gesangsmelodien, die bei diesem Song wirklich im Gehörgang stecken bleiben und gut abgestimmte Klampfen, die Lyrics wie „I am caught in a golden cage at the end of a dead end street. And the thoughts about the chance I missed haunt me every day. Let me start again, I’ll choose another way.“ gebührend verpacken. Normalerweise hört man im Punkrock oder Rock allgemein oftmals so Dinge wie „Ich würde alles wieder genau so machen wie vorher“ oder „Ich habe Fehler gemacht, aber daraus gelernt“. Lasting Traces geben auch mal zu, dass man gerne etwas rückgängig machen würde. Das klingt nicht nach Prolet, sondern einfach nur menschlich, und das gefällt mir sehr gut.
» https://www.youtube.com/watch?v=uxoIT7KtAy8

Recording!
Bei „you + me“ wurde ordentlich am Sound geschraubt. Die ganze Platte klingt extrem ausgeglichen, die Vocals stehen gut über dem Instrumental und sind somit auch gut zu verstehen, ohne dass die Gitarren nach Harfe klingen. Aufgenommen wurden die zehn Tracks mit Arkadi Zaslavski, gemischt im Tidalwave Studio, Karlsdorf und zu guter Letzt in den Iguana Studios in Freiburg gemastert. Allein daran merkt man schon, dass man sich hier genau überlegt hat, was man auf Platte pressen will und genau so klingt das auch. Fett und vor allem passend zur Musik!

Fazit!
Lasting Traces haben sich weiterentwickelt. Das Cover ist ok, nicht übermäßig als Eyecatcher einsetzbar, aber das Artwork funktioniert und sieht gut aus. Musikalisch ging in den letzten Jahren so einiges und das Quintett hat es geschafft, ein durchgängig solides Album zu produzieren, mit dem sie sich zum einen ein bisschen mehr Wiedererkennung/Identität verschafft haben, und zum anderen Labels auf sich aufmerksam gemacht haben. Alles richtig gemacht würde ich sagen. Wenn die Gesangsmelodien nun allgemein noch ein wenig eingängiger werden, wird Lasting Traces in Zukunft sicherlich noch mehr auf sich aufmerksam machen.

WEAR I BELONG Herzfrequenz
Musik lässt unser Herz bei guten Tracks schneller schlagen. Bei langweiligen, monotonen Songs flacht die Frequenz ab. Wie sah das bei dieser CD aus?

Herzfrequenz CD-Review Amplifier Freiburg

( Wir bewerten Gestaltung, Aufnahmequalität, Track-Anzahl und die Songs selbst )

UPDATE: LASTING TRACES MUSSTEN DIE SHOW IM CRASH LEIDER KURZFRISTIG ABSAGEN!

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