Daylight & Support

Dienstag Abend. Zwei Konzerte waren angekündigt. Kann man ja auch mal machen unter der Woche, besonders in Freiburg. Meine Wahl fiel auf die KTS Show mit Daylight aus Barcelona und zwei Supports aus Schottland. Auch das kann man mal machen. Leider blieb das große Publikum aus und so ging es in familiärer Atmosphäre gegen 22 Uhr los.

Uniforms durften den Anfang machen, besser gesagt Sänger Derrick, denn die Band hatte sich nach vier Jahren im Februar aufgelöst. Das Einzige was erhalten blieb, war also die Stimme und die hatte es faustdick hinter den Ohren, wenn das physikalisch überhaupt möglich ist. Egal. Ich habe wirklich selten solch eine rotzige Stimme gehört, die nicht zu einem 70-jährigen Kettenraucher gehört. Teilweise hatte man das Gefühl, dass es zwei Stimmen sind: Eine etwas Bass-lastiger und die andere in den Höhen angesiedelt. Klingt jetzt sicherlich ein wenig strange, war aber definitiv super anzuhören. Das wenige Publikum machte daher auch Lärm für die dreifache Menge. Interessanter Opener.

Get It Together, auch aus Schottland, legten danach an Tempo und Instrumenten zu. Der Hardcore/Punk-Vierer erinnerte teilweise an Kid Dynamite: Schnelle Strophen, runter gebrochene Refrains, Shouts oben drüber und dazu eine Prise Gang-Vocals im Hintergrund. Unterbrochen wurde meine Genre-Denken nur teilweise durch Rock’n’Roll angehauchte Songs/Parts, wie zum Beispiel „Hole in the Head“. Der Gesang erinnert allgemein eher an einen fernen Verwandten von Bands wie z.B. Turnstile, da Sänger Mark nicht melodisch singt, sondern die Vocals eher spricht/shoutet. Das Ganze ist sicherlich Geschmacksache, kam Live aber richtig gut und war zusätzlich auch nett anzuschauen. Daumen hoch!

Apropos Geschmacksache: Haupt-Act Daylight aus Spanien waren nun an der Reihe und gaben direkt zu Beginn mit „Anthem of the Broken“ den Opener vom aktuellen Album „One More Fight“ zum Besten. Genretechnisch bewegen sich die vier Herren aus Barcelona eindeutig im Pop-Punk, und wenn ich eindeutig schreibe, dann meine ich eindeutig. Mitklatschen, poppige Melodien, gefärbte Haare und zwei Brüder am Gesang. Wer auf American Pie, oder eine softe Version von Blink182 steht, war hier definitiv an der richtigen Adresse. Das soll nun aber natürlich nicht heißen, dass die Band nichts drauf hatte, im Gegenteil. Alleine die zweistimmigen Parts waren so perfekt eingespielt und gut durchdacht, wie man es sonst nur von Bands wie z.B. Story Of The Year kennt (Beispiel: Revolution vom neuen Album). Auch die Melodien waren alles andere als Schlampig, was wäre der Pop-Punk auch ohne große Hooks. Und natürlich durften auch hier die Sprünge auf der Bühne nicht fehlen, denn Performance-technisch wurde natürlich auch nicht gespart. Einzig Lead-Gitarrist Albert sollte hier ausgeklammert werden, denn teilweise wirkte die Band mit den Burek-Brüdern und Drummer Víctor wie ein Trio mit externem Tour-Musiker. Sonst gibt es da aber nichts zu meckern. Das merkt man auch dem Tourplan deutlich an, denn der nächste Monat ist mit zig Shows in ganz Europa ordentlich ausgebucht. Qualität spricht sich eben rum, nur leider in Freiburg nicht.

Also liebe Freunde der Musik, das nächste Mal dann vorbeikommen! Denn wo sonst gibt es noch die Möglichkeit für gerade mal fünf Euro drei Bands aus zwei Ländern zu sehen. Vom Bierpreis will ich gar nicht anfangen, denn allerspätestens dann bereut ihr, dass ihr euren Arsch nicht hochbekommen habt!

SPREAD
Share on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+share on TumblrPin on PinterestEmail to someone

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *