Dead Cats On Mopeds & More

Die Dead Cats On Mopeds hatten einen Grund zum Feiern, denn ihre Platte, die sie mit unserem Herzens-Portugiesen Tiago von Proudly Ugly aufgenommen hatten, sollte das Licht der Welt erblicken! Mit dabei waren die Deadnotes und auch der Slow Club. Eine Location ist bei sowas natürlich immer von Vorteil, kleiner Tipp aus der Redaktion. Trotz einem Schild mit der Aufschrift „Tonight: Phil Collins“, habe ich den kompletten Abend vergebens gewartet. Oder war ich etwa zu spät dran, und habe ihn als Opener verpasst? Das kann natürlich auch sein.

Nun aber „back to reality“: The Deadnotes waren Opener in einem rappel vollen Slow Club und starteten direkt mit ihrer aktuellen Single „A Long Way“ in die Nacht. Diese Band sollte mittlerweile jedem hier ein Begriff sein, denn sie waren schon „Band des Monats“ und von Beginn an in unserer Band-Section vertreten, Amplifier-Veteranen quasi. Das Freiburger Trio ist aufgrund ihrer unzähligen Shows eine extrem eingespielte Kapelle und bewegen sich mit ihrer Mucke irgendwo zwischen Indie/Britpop und reißen den Punkrock in diversen Passagen an. Spontan musste ich vor Ort an den Song „The Waiting Room“ von We Are The Ocean denken, besonders an die rauen Vocals über den cleanen Parts von Ex-Sänger Dan Brown. Doch das ist nicht alles, denn teilweise erinnert vor allem der Gesang an Singer-Songwriter à la Frank Turner, die sich wirklich um Kopf und Kragen singen und mit sehr viel Emotionen ihre Wörter ausschmücken. All das sind die Deadnotes in meinen Augen. Wenn man nun noch die angezerrte Gitarre der Metalaxt vorzieht und Bassisten mit einem winzigen Gitarren-Gurt à la Rage Against The Machine favorisiert, dann ist man mit dieser Band genau richtig.

Nun war es an der Zeit, dass die Dead Cats On Mopeds mal zeigten, was sie so innerhalb eines halben Jahres auf CD geballert haben. Es gab an dieser Stelle bereits eine Review zu dieser Band, bei der im Vergleich Einiges gleich blieb, manches aber richtiggestellt werden sollte: Zum Einen haben die fünf Herren aus Freiburg wieder einige Leute mobilisiert und den Slow Club komplett vollgemacht, Teilschuld trägt sicher auch der Support-Act, aber Hauptgrund wird sicherlich die CD-Release gewesen sein. Zum Anderen haben sie wiederum die Meute zum tanzen, klatschen und applaudieren gebracht. Soweit, so gut. Dieses Mal habe ich allerdings vier Sänger gezählt, beim letzten Mal nur drei. Das könnte natürlich an der schlechten Sicht gelegen haben, oder daran, dass es wirklich nur drei Vocals waren, oder ich habe mich wirklich verzählt. Man wird die Wahrheit nie rausfinden, es sind auf jeden Fall vier. Und wenn vier Personen mal einen Refrain zusammen raushauen, dann hat das ordentlich Bums. Zusätzlich sind es auch noch drei Gitarristen, plus Basser. Klingt verrückt, war/ist aber so.

Die Songs sind geradlinig, siedeln sich irgendwo zwischen Streetpunk, Singalongs, und Folk an und sind mit einer ordentlichen Portion Spaß gewürzt. Das merkt man deutlich, und das hat an diesem Abend definitiv auch das Publikum so wahrgenommen. Der Sound war leider eher verbesserungswürdig, sodass der Druck aus drei Gitarren nicht ausgeschöpft werden konnte. Auch von vier Vocals hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft, aber da geht man auch mit einer riesigen Erwartungshaltung rein, wenn gleich vier Vocals am Start sind und wirklich jeder mal den Main-Part singt. An einigen Stellen blitzte so ein kurzer Moment dieses Gesangs-Potenzials auf, flachte dann aber leider wieder viel zu schnell ab.

Die Show an sich war ein voller Erfolg für beide Bands und sicher auch den Slow Club, und so vermute ich mal, dass die Dead Cats On Mopeds noch Einiges am Merch-Stand losgeworden sind. Gute Sache! Jetzt wird es mal Zeit in die Platte reinzuhören! Wer sie noch nicht hat: Ab ans nächste Konzert und eintüten.

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