Donots & Turbostaat

Wir bei WEAR I BELONG haben uns ja im Vorfeld schon oft mit den Donots auseinandergesetzt. Zum Einen waren die Ibbenbürener für mich von Beginn an so eine Art Einstiegsdroge, und zum Anderen ein konstanter Gast in meinem CD-Regal. Da waren die Erwartungen natürlich dementsprechend hoch angesiedelt, wenn der Fünfer schonmal den Weg nach Freiburg ans ZMF findet. Und wenn dann noch Turbostaat mit von der Partie ist, macht sich hier so ein leichtes Kribbeln breit.

Bei gefühlten 150°C waren es dann auch gleich Turbostaat, die den ZMF Freitag im großen Zirkuszelt eröffneten. Und hier komme ich auch gleich schon an meine Berichterstatter-Grenzen. Denn wie beschreibt man diese Band, wie ihre Musik oder ihre Bühnenperformance? Die fünf Jungs aus Flensburg fahren da nämlich auf ihrem eigenen Boot durch so manche Schubladenströmung, ohne vom eigenen Kurs abzukommen. Turbostaat singt deutsch, wobei singen auch wieder nur zum Teil stimmt. Denn oftmals wird auch eher gesprochen, bzw. vorgetragen. Sänger Jan macht dies mit seiner markanten, wiedererkennbaren Stimme und wird von den hauseigenen Indie-angehauchten Punk-Songs der restlichen Band aufgefangen. Da kann man definitiv schon von „Exotisch“ sprechen, denn so etwas kann man beim besten Willen nicht abkupfern, höchstens Covern. Live zollen die Beatsteaks mit „Frieda und die Bomben“ z.B. bei fast jeder Show ihren Tribut, das will schon was heißen. Naja, jedenfalls gibt es auf der Bühne auch keine ausgefeilte Bühnenperformance mit Sprüngen, Crowd-Walking oder Ähnlichem, aber das würde auch überhaupt nicht zu Turbostaat passen. Sie überzeugen mit ihrer Musik, mit Hits wie „Vormann Leiss“, „Tut es doch weh“ und meinem persönlichen Favourite „Harm Rochel“, sie überzeugen eben mit ihrem Turbocharme. Fazit: Absolut empfehlenswert, Live vielleicht noch einen Ticken mehr als auf Scheibe. Die Letzte liegt übrigens auch schon wieder zwei Jahre zurück, der Nachfolger zu „Stadt der Angst“ ist aber quasi schon fertig eingetütet!

Was würde uns nun erwarten? Klar, die Donots, aber spielen sie viel vom neuen Album und wenig vom „guten alten“ Material… Man wird sehen! Die neue Platte „Karacho“ ist ja bekanntlich komplett auf Deutsch und einen Gang rotziger, als es die beiden Vorgänger „The Long Way Home“ oder „Wake The Dogs“ waren. Mit Vollgas und der aktuellen Single „Ich mach nicht mehr mit“ ging es los, und Junge, hätte ich gewusst dass dies die Marschroute für die nächsten zwei Stunden war, hätte ich mich noch mehr auf die Show gefreut. Kein Hit wurde ausgelassen, wirklich keiner: Von „Whatever happened to the 80’s“, „Stop The Clocks“, „Calling“ bis zum neueren „So long“ und „Problem kein Problem“ war wirklich von allem etwas dabei! Zusätzlich gab es mit „We’re not gonna take it“ das klassische Cover und auch die Ramones wurden mit „Pet Sematary“ geehrt. Außerdem wurde uns „das neue bleibt beim Alten“ um die Ohren gepfeffert, das im Original mit dem Sänger von Rise Against aufgenommen wurde. Passend zum Thema dieses Tracks gab es wiederkehrende „Nazis raus“ Gesänge. Gut und Recht, ich könnte ewig weiter aufzählen, aber wie sah das auf der Bühne aus? Vollgas, von vorne bis hinten! Sänger Ingo gab zwischendurch immer mal wieder den Schweißverlust in Litern durch, das erklärt es wohl am Besten. Das Publikum dankte es mit heiseren Stimmen, Applaus und einer dermaßen lauten Resonanz, dass die Donots sich sogleich als Freiburg Fans outeten und versprachen nun auf jeder Show unsere schöne Stadt zu erwähnen. Is klar, ne?!

Nach drei Zugaben auf der Bühne, sammelten die sympathischen Herren das komplette Publikum ein (Leider war das Zelt nicht voll. Hitze? Eintrittspreise?) und packte jeden Einzelnen auf die Seiten-Tribüne, um vor der Meute noch zwei Songs auf der Akkustik-Klampfe zu spielen. Wahnsinn, wo gibts denn sonst bitte sowas? Ich, inklusive meiner Begleitungen, waren durchweg geflasht, wie gut diese Band immer noch ist und ich hoffe sie bleiben es auch noch weitere 20 Jahre. Amplify the good times!

Ein Interview mit den Jungs gibts übrigens HIER!

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