Fjørt & More

Neues Jahr und natürlich dürfen auch hier keine Show-Reviews fehlen. Da wir ja in Freiburg leben, beginnen wir 2015 nicht mit irgendeinem Konzert, sondern mit FJØRT, den Senkrechtstartern aus Aachen. Doch zuvor gab es zwei Supports.

Leider war ich zu spät dran, um Ultra Mare zu sehen. Shame on me. Daher müsst ihr die Jungs aus Freiburg selbst auschecken. Hier ein Link: www.ultramare.org

Als zweites waren Oregon Trail aus der Schweiz zu Gast und haben direkt die Melancholie-Peitsche ausgepackt dem reichlich vorhandenen Publikum in die Fresse geprügelt. Trotz der Shouts, lieferten die Jungs allerdings nicht nur Vollgas-Hardcore der alten Schule, sondern überzeugten gerade mit den reduzierten Instrumental-Parts, die von den angezerrten Klampfen getragen wurden. Gerade im „neuen“ Hardcore ist das ja bereits ein Stilmittel, das nicht nur mir, sondern auch dem Publikum sichtlich gefiel. Das Einzige, was es hier zu meckern gibt, ist sicherlich der laute und krachende Sound in der KTS, der gelegentlich in die Penetranz abrutschte. Ansonsten war das aber eine sehr solide Nummer.

Um viertel vor Eins ging dann der Hauptact auf die Bühne: FJØRT. Interessant war übrigens schon vor der Shows, dass der Dreier aus Aachen während der Umbaupause bereits über ein Klangbild eine Art Intro abgespielt haben, das bis zum Show-Beginn über die Lautsprecher lief. Bisher habe ich diese Art des „Spannungsaufbaus“ noch bei keiner anderen Band gesehen. So viele Pedale bei einer dreiköpfigen Band übrigens auch nicht: Basser als auch Gitarrist hatten ihre Koffer dermaßen brechend voll mit Effekten, dass die Anordnung vermutlich von einem Architekten, in Absprache mit einem Statiker, durchgeführt werden mussten… Wie sich nach dem ersten Song allerdings herausstellte, lohnte sich das Effekt-Inferno allemal: FJØRT holten das Maximum aus dem KTS-Sound raus, das Publikum sprang direkt an und tanzte mit. Songs wie Valhalla oder D’accord durften hier natürlich nicht fehlen und sind der Beweis, warum diese Band zu den aufstrebenden deutschsprachigen Bands gehört. Von den Lyrics bis hin zum Songwriting klingt alles neu und eigenständig. Klar, der Vergleich zu Genre-Verwandten wie Turbostaat, Heisskalt oder Marathonmann liegt sehr nahe, aber abgekupfert wird hier sicherlich nichts. Sie liegen eher auf Augenhöhe mit diesen Bands.

Was auf Platte schon gut klingt, legt auf der Bühne noch eine Schippe drauf. Obwohl Sänger Chris natürlich mit Klampfe und Gesang eher ans Mirko gefesselt ist, entsteht zu keiner Zeit ein statischer Eindruck. Vom Bassisten ganz zu schweigen, ein wirklich scharfes Bild mit dem Handy gab es quasi nur zwischen den Songs in den Pausen.

FAZIT: FJØRT sind auf Tour! Unbedingt anschauen, wenn die Möglichkeit besteht, da lohnt sich wirklich jeder gefahrene Kilometer. Danke Slacklinecityshows für diesen grandiosen Abend.

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