I Am Revenge & More

Down For The Core Volume 2! Denzlingen war bei dieser zweiten Ausgabe der Place-To-Be, denn man hatte dieses Mal die Möglichkeit fünf Bands für einen lächerliches Eintrittspreis von 7–10€ zu sehen. Wo sonst bekommt man für kleines Geld solch ein Line-Up vor die Nase gesetzt?

Los ging es mit den Locals von Harvest. Die Jungs spielen schnörkellosen Hardcore à la Wolf Down und gehören zu den Newcomern in Freiburg, die bisher gerade mal eine Handvoll Shows gezockt haben. Das klang dafür auch schon recht gut, wenn man bedenkt dass Gitarrist Moe noch nicht allzu lange die Gitarre schwingt. Da wird in den Songs schon vieles richtig gemacht, denn die Gitarre, Bass und die Drums erzeugen gut Druck und unterstützen Sänger Henz in den Shouts, die nicht so brachial klingen wie von den späteren Bands. Aber das muss es ja auch nicht immer. Witzig fand ich übrigens das konzentrierte Auftreten, denn die beiden Herren an den Saiteninstrumenten kenne ich bereits als Besucher an Shows und dort sorgen beide immer für sehr viel Bewegung. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir das im selben Ausmaß auch für die Bühne vorgestellt, daher war ich zu Beginn schon kurz überrascht als die ersten Songs ins recht gut gefüllte Juze geballert wurden und der Bewegungsradius recht gering blieb. Nichtsdestotrotz ein guter Opener, der wohl noch das eine andere Mal gehört und gesehen werden wird.

Up next: Words Of Revolt. Die fünf Herren aus Freiburg machen ja die letzte Zeit schon ganz schön Wirbel, haben auch schon einige Shows gespielt und erst vor Kurzem ihre EP „Same World, Different Sides“ rausgebracht. Tommy hatte bereits schon mal die Möglichkeit sie zu sehen und nun war ich auch an der Reihe. Musikalisch sind auch Words Of Revolt dem Hardcore verfallen, mit dem Unterschied, dass sie instrumental die Bandbreite ein wenig mehr ausschöpfen, sich hier und da mal im Metal bedienen, aber auch den einen oder anderen Part im Punkrock mitnehmen. Das kommt gut, denn Sänger Nicolas hat mit seinen tiefen Growls und hohen Shouts genau die Möglichkeiten, diese Variationen aufzufangen. Vor Ort waren sie schon so etwas wie der heimliche Headliner der Supports, denn es wurde ordentlich getanzt und mitgesungen. Gerade der gleichnamige Song zur Platte fand nicht nur bei mir Anklang, sondern wurde auch vom Publikum als eine Art Hymne lauthals mitgeschrien. Ich bin gespannt wo die Reise für Words Of Revolt noch hingeht. Eine Review zur Platte wird es auch von unserer Seite noch geben, stay tuned.

Manifestation waren Band Nr. 3 an diesem Abend in Denzlingen. Und das Quartett aus Saarlouis hat direkt mal das Tempo angezogen und den Besuchern schnellen Oldschool Hardcore vor die Mütze geknallt. Da konnte sich der eine oder andere auch nicht zurückhalten und hat direkt ein paar Two-Steps auf die Tanzfläche gelegt. Die Stimmung war allgemein sehr gut im Juze und so hatte Manifestation recht schnell das Publikum in ihren Bann gezogen. Da noch zwei weitere Bands folgen sollten, waren die Spielzeiten leider sehr kurz gehalten. Das war wirklich schade, denn dieser Kapelle hätte ich gut und gerne noch ein paar Minuten mehr zugehört.

Weiter ging es in der Massenbandhaltung: World Negation belegten Platz vier im Spielplan und haben dort weitergemacht, wo Manifestation aufgehört haben. Auch hier durfte sich das Publikum auf brachialen Oldschool Hardcore freuen. Teilweise hat mich die Band (bis auf den Gesang) an Agnostic Front erinnert, auch wenn manche Gitarrenparts doch auch mal aus dem Power-Akkord-Schema ausgebrochen sind und wirklich schöne Melodien in die Songs gebracht haben. Und als wäre dieser Vergleich nicht schon genug, gab es auch noch ein Cover der NYHC-Legenden obendrauf. „For My Family“ dürfte wohl jedem bekannt sein und die Jungs haben das wirklich ordentlich gespielt. Gerade bei Coversongs bin ich immer ein wenig skeptisch, auch gerade wenn der Sänger Roger Miret heißt und eine wirklich einzigartige Stimme hat. Aber wie gesagt, das war solide und keine schlechte Kopie. Hier kann ich als Anspiel-Tipp noch den Song „Against The World“ empfehlen, den ich während dieser Review für mich entdeckt habe. Gutes Ding!

Letzte Band an diesem Abend waren I Am Revenge aus Hamburg. Doch wo waren die eigentlich? Die Band hatte das große Los gezogen und sich die besten Staus auf dem Weg in den Süden ausgesucht, sodass es nach Kapelle Nummer 4 ein kleines Loch im Line-Up gab. Aber was will man machen. Jeder, der selbst in einer Band spielt, weiß, wie abgefuckt es ist, wenn man seine Boxen direkt aus dem Bus auf die Bühne bringen muss, um nach dem hektischen Soundcheck direkt zu starten. I Am Revenge hat man das aber in keinster Weise angemerkt. Im Gegenteil: Die Jungs wirkten ruhig und haben ihr Set wirklich gut runtergespielt, Kompliment!

Leider war der Saal nicht mehr so gut gefüllt wie noch zu Beginn, aber auch das tat der Stimmung keinen Abbruch. I Am Revenge nennen ihre Mucke selbst „Downtempo“, und nach ca. zwei Minuten war dann auch direkt klar warum: Tiefe Klampfen, tiefe Growls und Breakdown-Parts, die einem quasi die Schuhbändel aus den Vans gezogen haben. Das hatte sehr viel Bums, war aber zugleich auch kein bisschen eintönig oder mit der Zeit langweilig. Da haben die Herren von HCM Booking eine wirklich gute Band zu uns geholt, denn vor dieser Show hatte ich die Hamburger nicht auf dem Schirm.

Fazit: Guter Abend mit guten Bands, die aufgrund des großen Line-Ups leider recht wenig Spielzeit hatten. Allgemein sind fünf Bands mächtig viel Holz für eine Show, die erst gegen 21 Uhr beginnt. Da fällt es einem im Nachhinein schwer, sich im Detail an jede Kapelle zu erinnern und das liegt sicher nicht nur am Genuss von Kaltgetränken. Ich bin gespannt auf Down For The Core Vol. 3!

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2 replies on “I Am Revenge & More

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