Irish Handcuffs & More

Freitag Abend. Am entfernten Horizont habe ich an diesem Tag immer wieder dieses eine Wort gesehen: Arbeit. Der langersehnte Sommer-Urlaub, auf den man quasi ein Jahr wartet, war schon wieder vorbei. Eigentlich ruft das eine eher depressive Stimmung hervor, aber Dank der erneuten Hilfe von Lucky Booking gab es was auf die Ohren: zwei lokale Bands, Hell & Back und Irish Handcuffs. Thank God there is Lucky Booking.

Los ging es wie immer nicht all zu früh mit The Gums, dem neuesten Scheiß aus der Freiburg-Mucke-Fabrik. Ich kenne die Mitglieder bereits aus ihren anderen Projekten, die zwischen Metalcore und Punkrock liegen. Daher war ich natürlich gespannt was nun kommen würde, und was soll ich sagen: Freiburg hat jetzt ihre eigenen Ramones! Na gut, vielleicht sind The Gums nicht weltbekannt, haben keine hässlichen Frisuren und tragen auch nicht irgendwelche alte stinkigen Lederjäckchen, aber die Mucke tendiert in diese Richtung, und das hat mich wirklich positiv überrascht. Und das obwohl ich kein Verfechter des NYC-Sounds bin. Hängen geblieben ist bei mir der Track „But She“. Der ging richtig gut ins Ohr und ich war bestimmt nicht der Einzige, dem es so ging. Ich bin gespannt wo die Reise hingeht.

Weiter ging es mit Kids Play Dead, die sogar eine neue Scheibe in Petto hatten, nachdem ihre eigentliche Release-Show leider kurzfristig abgesagt wurde. Fuck it, dafür gabs eben an diesem Freitag auf die Mütze. Das Freiburg-Trio spielt sehr schnellen, auch eher Oldschool-angehauchten Punk und haben direkt in Sachen Geschwindigkeit die KTS-Tachonadel in den roten Bereich gedrückt. Zwischen viel positivem Geknüppel und den rotzigen Vocals hat mich dich Band witzigerweise des Öfteren an die früheren Tage von NOFX erinnert. Vielleicht lag es an den Zweitstimmen, die ab und an in die Songs gestreut wurden, aber vielleicht lag es auch am Humor? Der Track „Action Days“ fängt z.B. mit folgenden Worten an: „You’re running out of time if you wanna die young“. Das klingt für mich schon nach einem Fat Mike und nach diesem schlechten Humor, der meine Kindheit geprägt hat. Nun gut, die Band hat auf jeden Fall einen 2-Minuten-Song nach dem anderen abgefeuert, und das hat dem Publikum sichtlich gut gefallen.

Weiter ging es mit dem Grund, warum ich eigentlich da war: Hell & Back. Das Schwaben-Quartett hatte ich bereits letztes Jahr gesehen und auch dort schon gefeiert. Die hätten sich musikalisch übrigens super in das Lucky Booking Fest, irgendwo zwischen The Flatliners und Strung Out einreihen können. Und auch an diesem Abend haben es die Jungs wieder richtig krachen lassen. Zwischendrin gab es, wie sollte es anders sein, den ein oder anderen Schluck aus dem ein oder anderen Bier und die Stimmung war wirklich im überragend. Es war übrigens wieder gut was los an diesem warmen Sommertag. Auf neue Mucke von Hell & Back darf man sich auch freuen, denn die Band hat zwischen den Tracks angekündigt, dass sie neue Songs am Lieder am Start haben und dass diese hoffentlich noch Ende des Jahres aufgenommen werden. Ich würde dann mal eine vorbestellen!

Nahtlos ging es weiter mit Irish Handcuffs aus Regensburg, die musikalisch perfekt zur Vorgängerband gepasst haben. Diese zwei Kapellen haben an diesem Abend ihren Tourstart gefeiert. Und wer auch immer diese musikalische Reise geplant und gebucht hat, muss sehr viel verstanden haben, denn das war wirklich eine lupenreine Geschichte. Irish Handcuffs, auch zu viert,  waren nämlich auch richtig fett melodisch und auch sympathisch… Ich weiß gar nicht so genau, was ich dazu noch schreiben soll, denn sonst höre ich mit diesem Schwärmerei ja gar nicht mehr auf. Gegen Ende gab es noch ein Cover von Green Day, kann mich aber leider nicht mehr sicher daran erinnern, welcher Song es war. Es müsste „Burnout“ vom Album-Klassiker „Dookie“ gewesen sein. Sollte ich falsch liegen, gebt bitte nicht mir die Schuld, sondern Lucky Booking. Die haben das Bier verkauft und auch das Konzert organisiert.

Das war ein wunderbarer Urlaubsabschluss und so habe ich es tatsächlich geschafft, den ganzen Abend nicht einmal an die Arbeitswelt zu denken. Das, meine Kinder, ist die große Magie der Musik.

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