Kingdom of Giants & More

Scheiße, ich weiß dieses Mal gar nicht wo ich überhaupt anfangen soll, denn was sich da gestern im Crash in Freiburg abgespielt hat, war von Anfang bis Ende wirklich ein Sahnestück für Metalcore-Freunde. Kingdom of Giants begannen ihre erste Europa-Tour in unserer schönen Stadt zusammen mit den gehypten Newcomern von Burning Down Alaska und zwei lokalen Supports!

Parterre durfte den Abend gegen halb acht eröffnen. „Eröffnen“ ist hier übrigens das richtige Stichwort, denn es war ihre erste Show überhaupt! Man musste sich das allerdings ein bisschen anders vorstellen, als kleine schüchterne Jungs mit der Gitarre direkt unter dem Kinn, die sich kaum vor den Scheinwerfer trauen, denn hier hat jeder bereits in anderen Projekten Bühnenerfahrung gesammelt. Und das merkte man auch. Musikalisch irgendwo zwischen klassischem Hardcore und melodischen Punkrock-Passagen einzuordnen, zeigen die Musiker in manchen Übergängen doch ab und an einen Hang zur Progressivität. Die Shouts sitzen wie in Beton gegossen und müssen den nachfolgenden Bands in nichts nachstehen. Die cleanen Vocals, die vereinzelt vorkommen, erinnern doch ab und an an eine härtere Version von Silverstein. Alles in allem wirklich top! Einzig der Sound im Crash war mehr als beschissen, und so ging so manche musikalische Raffinesse und vor allem der Gesang des Gitarristen komplett unter. Wenn nun noch ein wenig mehr Bewegung bzw. Emotionen rüberkommen, wird man die Jungs auch weit über die Stadtgrenzen hinaus hören und sehen wollen.

Andy Rive, ebenfalls aus Freiburg, legten danach nochmal eine Metalcore-Schippe drauf. Mehr Metal, mehr Breakdowns, mehr Bewegung im Publikum und eine richtig gut eingespielte Band. Das drückt nicht nur gewaltig, die Songs vom neuen Album „Acclimation“ kommen auch mit vielen aufwendigen Melodien richtig gut bei den Besuchern an. Der Sound vorne raus wurde ein wenig besser, aber lag immer noch irgendwo zwischen Laut und Brei. Da muss man allerdings dazusagen, dass da der Mischer reichlich wenig dafür kann, denn die Betonhölle namens Crash verzeiht gerade diesem Genre reichlich wenig…Davon abgesehen, habe ich selten zwei Supports gesehen, die die Messlatte für die Hauptacts so hoch gelegt haben, Chapeau!

Burning Down Alaska. Jeder, der in Sachen Hardcore/Metalcore ein wenig auf dem Laufenden ist, sollte von dieser Kombo aus NRW bereits gehört haben… Die fünf Jungs haben nämlich gerade bei Redfield Records und Avocado Booking unterschrieben und sind seit einiger Zeit einer der meist gehypten Newcomer in diesem Genre. Da sind die Ansprüche, mit denen man an das Konzert kommt, natürlich recht hoch. Das Merkenzeichen dieser Band ist sicherlich die Instrumental-Abteilung. Die Gitarren sind ungewöhnlich klar und nur leicht angezerrt, wenn überhaupt. Das Rhythmus Fundament aus Bass und Schlagzeug drückt solide und Sänger Tobias grunzt sich nicht irgendwie einen ab, sondern shoutet aus dem Sprechen heraus, was dem Gesamtbild unheimlich viel Emotionalität verleiht. Live kommen die Songs genauso gut wie auf Platte und steht der Klangvielfalt aus dem Studio in nichts nach. Das soll schon etwas heißen, denn das ist nicht immer der Fall. Einzig mit manchen Gangvocal-Samples vom Band haben sie es ein wenig übertrieben, das hätte es teilweise gar nicht gebraucht.
Das Publikum war sichtlich angefixt, sang Songs wie „Savior“, „Brighter Days“ oder das nagelneue „Phantoms“ fleißig mit und schickte die Westfalen mit ordentlich Applaus von der Bühne! Diese Band hat meiner Meinung nach den momentanen Hype absolut verdient, denn sie drücken dem Zeitgeist ihren eigenen Stempel auf.

So gegen 22 Uhr kam zu guter Letzt Kingdom of Giants auf die Bühne. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir im Vorfeld maximal einen bis zwei Songs dieser Band angehört habe und nach meinem persönlichen Highlight mit Burning Down Alaska eigentlich nicht mehr zu viel erwartete. Tjaja, da sollte ich mich wohl getäuscht haben, denn für die erste Europa-Tour haben die fünf Musiker aus Sacramento eines definitiv eingepackt: Bums. Zwei Sieben-Saiter, Bass, Schlagzeug & sehr facettenreiche Screams/Growls/Shouts/Vocals haben mich dann doch ordentlich weggehauen. Ich musste von Beginn an Of Mice & Men denken und als dann ab und an der Refrain in die ein oder andere Hook mündete, war spätestens ich mir sicher, dass ich der Band in Zukunft ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken würde. Und das ging vermutlich nicht nur mir so, denn nach einer Zugabe wurde lauthals eine zweite gefordert, die es dann aber leider nicht mehr gab, da laut Sänger Dana „alles bereits gespielt wurde. “

22.45 Uhr, drei Bier und vier großartige Bands später, war dann leider auch schon wieder alles vorbei. Das Konzert wird mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben, genau wie das Rauschen in meinem Ohr. 12 Points go to Desaster Booking.

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