Kvelertak & More

Seit geraumer Zeit haben wir ja schon passende Veranstaltungen von unseren benachbarten Freunden Live!Colmar im Amplifier-Programm. Ein großer Name jagt bei ihnen den nächsten und so wurde es allerhöchste Zeit, dass wir mal eine ihrer Shows in Frankreich besuchten. Und so kam es, dass wir ein echtes Highlight aus Norwegen rausgesucht haben: Kvelertak.

Los ging es an diesem extrem warmen Montagabend jedoch recht (zu) früh mit einer Band namens Los Disidentes Del Sucio Motel aus Straßburg. Wir haben bei der Combo noch die letzten beiden Songs aufgeschnappt und ich muss gestehen, ich hätte gerne mehr von den Jungs gehört. Ihr Stoner Rock hatte etwas Episches und nicht nur das Publikum war angetan von den Songs. Sollte ich das nächste Mal die Möglichkeit haben Los Disidentes Del Sucio Motel live zu sehen, werde ich da auf jeden Fall hingehen. Dann kann ich auch mehr berichten. Checkt die Jungs mal im Netz aus.

Weiter ging es mit dem norwegischen Toursupport namens SIBIIR. Die Band aus Oslo bezeichnet ihre Musik selbst „Blackened hardcore“ und das trifft es ganz gut: Viele Hardcore-Passagen werden hier mit Black-Metal gepaart. Das erinnert schon sehr an den Headliner des Abends, obwohl SIBIIR dann doch noch ein wenig härter/melodienarmer erscheinen. Man merkte auch im Le Grillen deutlich, dass das Montagspublikum so langsam in Fahrt kam, auch wenn die Ansagen von Frontmann Jimmy nur spärlich ins Set gestreut wurden.

Was alle Bands an diesem Abend gemeinsam hatten: fette Gitarren. Auch bei SIBIIR standen große Riffs im Vordergrund, die auch mal Ausflüge in den Stoner Rock tätigten. Gute Band, die sicherlich noch des Öfteren im Line-Up größerer Shows oder Festivals auftauchen werden.

Kvelertak! Ich muss glaub nicht erwähnen, dass ich richtig Bock auf die Band hatte. Zwei Mal hab ich die Norweger bereits gesehen und wusste daher, dass es gut wird. Noch bevor die Band auf die Bühne kam, sorgte das Setup mit vier Orange-Verstärkern und zwei Eulen für die klassische „Trademark-Atmosphäre“. Los ging es direkt mit der ersten Single „1985“ der neuen Platte und dieses eingängige Riff wurde direkt mal minutenlang zelebriert. Das Le Grillen war übrigens solide gefüllt für einen Montag – nicht bumsvoll, aber auch nicht zu leer. Im weiteren Verlauf des Sets wurde neue Songs wie „Nattesferd“ natürlich auch mit alten Klassikern wie z. B. „Bruane Brenn“, „Kvelertak“, und „Mjød“ kombiniert. Mein absolutes Highlight ist und bleibt der Song „Blødtørst“, der einem auch live sämtliche Gitarrensoli-Sinne wegbrezelt! Großartig. Wenn es eine Band gibt, bei der der Frontmann nicht der Sänger, sondern der Gitarrensound ist, dann ist das in meinen Augen Kvelertak.

Das Le Grillen war vermutlich nicht die größte Location, die sie in der nächsten Zeit spielen sollten. Trotzdem zog Sänger Erlend irgendwann eine riesige Flagge hinter den Boxen vor, um nach zwei Schwenkern zu merken, dass die Location dafür zu klein ist. Auf Festivals klappt es dann sicher besser, das war sehr lustig anzuschauen.

Nach den gewünschten Zugaben war dann Schluss, und mit einer Spielzeit von fast 100 Minuten sind wir zufrieden den Heimweg angetreten. Da können sich einige namhafte Musiker eine Scheibe von Abschneiden. Aber nicht nur die lange Spielzeit, sondern auch die Spielfreude der Band macht Kvelertak jedes Mal wieder zu einem Erlebnis. Ich warte dann mal auf Show Nummer vier, da werde ich auch wieder hingehen.

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