Sick of it All & More

30 Jahre Sick Of It All! Das musste natürlich in Form einer fetten Tour gefeiert werden. Teil dieser großen Sause war am gestrigen Dienstag auch das Crash in Freiburg. Und da man nicht gerne alleine feiert, durften Spitback aus Colmar im sehr gut gefüllten Keller der Opener sein.

Endlich mal eine Lady am Instrument! Das sieht man in dieser Szene wirklich viel zu selten, doch bei Spitback wird der Bass von einer Dame namens Lea über die Bühne gewummert. Der Fünfer aus Colmar passte musikalisch natürlich hervorragend in den Abend. Hardcore vom ersten bis zum letzten Song. Die beiden Gitarristen haben ein ordentliches Brett gefahren, während Sänger Jay sich 30 Minuten die Seele aus dem Leib krakeelte. Das Publikum, das zu dieser Zeit bereits zahlreich erschienen war, nahm die Vorband gut an und belohnte die Songs mit lautstarkem Applaus – solide Band, die man anhören und auch anschauen kann.

30 Jahre! In Urbesetzung! Das muss man sich ja wirklich mal durch den Kopf gehen lassen. Sick Of It All touren länger, als ich überhaupt auf der Welt bin. Das ist wirklich aller Ehren wert. Und nach dem gestrigen Abend weiß man auch, dass diese Band nur auf dem Papier und vielleicht auch im Gesicht gealtert ist. Live sind die vier New-Yorker immer noch so aktiv wie eh und je. Mit „Take The Night Off“ vom 2006er Album „Death To Tyrants“ startete die Show direkt mit einem meiner Lieblings-Songs. Im Laufe des Abends sollten die restlichen auch noch dazu kommen, denn die Band hat sie alle ausgepackt: Step Down, Scratch The Surface, Machete, Death Or Jail, Built To Last und viele mehr. Sänger Lou hatte das Publikum wirklich bei jedem Track auf seiner Seite und so konnte er beim Song „Die Alone“ beide Publikumsseiten zum lautstarken gegeneinander/miteinander Singen animieren. Gitarrist Pete hätte sich vor dreißig Jahren mal einen Schritt- und Sprungzähler an seine Stelzen kleben sollen, dann hätte man mal einen Überblick wie agil der Herr im Laufe der Jahre so war. Besser in Form war wohl an diesem Dienstag nur der Türsteher. Hardcore scheint jung zu halten, das sollte man sich wohl merken.

Sick Of It All hatten sichtlich Spaß auf der Bühne, vor der Bühne hatte das Publikum im vollen Crash seinen Spaß und nach der Show wurde dann erst einmal der Merchstand auseinander genommen. Das war ein rundum gelungener und schwitziger Abend für alle Parteien. Eins will ich noch loswerden: Gerade wenn Bands wie Sick Of It All und Co. seit vielen Jahren auf Tour sind, ist es alles andere als selbstverständlich, dass sie sich die lokalen Supports anschauen. Lou und Craig standen aber für ein paar Songs von Spitback am Bühnenrand und haben genau das getan. Und genau das macht diese Band gleich noch sympathischer, als ich sie eh schon fand.

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