The Caulfield Cult & More

Die Jungens von Lucky Booking haben mal wieder einen Dienstag zum Wochenende gemacht und mit The Caulfield Cult aus Singapur, 52 Hertz aus Würzburg und There’s a Light aus Freiburg ein Line-Up zusammengestellt, das jede andere Stadt neidisch machen würde. Doch bevor ich euch erzähle, wie gut diese Bands waren, wollte ich folgendes loswerden:

Das Konzert war zwar recht gut besucht, aber der Abend hätte definitiv ein paar mehr Besucher vertragen können. Wo waren denn eigentlich alle diejenigen, die ständig von unserer blühenden Szene sprechen und jeden fucking Post mit „support your local scene“ beenden? Ach stimmt ja, die sind ja alle zu Hause geblieben, weil fünf Euro Eintritt für drei gute, aber „leider“ unbekannte Bands und 2,50 fürs Bier zu teuer sind. Da geht man lieber auf die großen Konzerte, die demnächst anstehen. Dabei sollten alle die Supporter doch wissen, dass man Lucky Booking, die Slacklinecityshows, Desaster Booking, HCM Booking, all die anderen Veranstalter oder Venues wie den Slow Club, den Sternen und Co. viel mehr unterstützen kann, wenn man die kleinen Konzerte besucht. Also legt mal eure Faulheit und Vorurteile  ab, schaut über den Tellerrand hinaus und entdeckt, was wir hier in Freiburg & Umland haben: Die Szene blüht nämlich wirklich, aber sicher nicht erst wegen den großen Namen, die bald anreisen werden: Die sind „nur“ die Kirschen auf der Local-Scene-Torte.

Zurück zur Review: There’s a Light waren Opener und passen mit ihrem Post-Rock nicht so ganz in unser Schema, ließen es aber an manchen Stellen mächtig krachen und lieferten mit ihren sphärischen, krass-gut melodischen Instrumental-Tracks den besten Bühnensound, den ich bisher in der KTS gehört habe. Hört also mal rein, auch wenns nicht eure Mucke ist. Es lohnt sich.

Die zweite Band des Abends hieß 52 Hertz. Das Trio aus Würzburg ist die Tour-Begleitung von The Caulfield Cult und um ehrlich zu sein: Ich hab’ noch nie von dieser Combo gehört, werde die Herren nach der gestrigen Show aber auf dem Schirm behalten. Live hatten sie nämlich richtig Bock und ließen es dementsprechend ordentlich krachen! Gitarrist Mike dürfte heute morgen mit verknoteten Fingern aufgewacht sein, der hat nämlich Lead-Gitarre und Rhythmus-Klampfe in einer Person vereint und für offene Münder gesorgt, zumindest bei mir. Der Bass hat ordentlich gebrezelt und der Drummer hat seine Eimer auch standesgemäß zusammengeprügelt. Alles in allem war das eine wirklich gute Show, auch hier war der Sound wieder top abgestimmt und auch zum Songwriting hat man sich richtig Gedanken gemacht. Alleine für die Jungs hat sich der Weg in die KTS bereits gelohnt.

Singapore’s finest The Caulfield Cult waren als Letztes an der Reihe und freuten sich sehr, dass sie das dritte Mal(!) in Freiburg zu Gast sein durften. Wie Sänger Nick während der Show verkündete, haben sie bisher aber nur die KTS kennengelernt und noch nie die Stadt Freiburg gesehen, sehr schade würde ich mal behaupten. Die Band hatte natürlich auch viel neue Musik von der kürzlich veröffentlichten Platte „Cult“ dabei und sichtlich Spaß an den neuen Songs. Ihr Genre betiteln The Caulfield Cult übrigens selbst als Indie-Mosh, was ich sehr passend finde, denn auch hier stehen große Melodien und angezerrte Gitarren im Vordergrund. Die rotzigen Vocals passen da als Kontrast wirklich gut zum Rest und überzeugen vor allem Live. Leider war der Sound mit zwei Gitarren an diesem Abend nicht der Hit und die Stimme ging etwas unter. Das hat die Band aber wieder locker durch Atmosphäre und Spielfreude wettgemacht. Die Jungs waren wirklich nice anzuschauen und die Mucke wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig, obwohl das nicht zu 100% meinem Geschmack entsprach. Den Song „jealous“ vom aktuellen Album haben sie leider nicht gezockt, der ist mir beim ersten Album-Durchlauf direkt hängen geblieben, aber ich will ja auch nicht kleinlich sein. Gute Jungs, gute Musik, und hoffentlich finden The Caulfield Cult ein weiteres Mal den Weg in unsere Stadt. Ich werde da sein, und mich als Guide für eine Stadtführung anbieten.

Alle Bands haben im Nachhinein betrachtet eines gemeinsam: Die Mucke funktioniert aufgenommen sehr gut, ist im Vergleich zum Live-Erlebnis aber ein Unterschied wie Tag und Nacht. Vielleicht kommst du also das nächste Mal auch vorbei?

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