What We Feel & More

Ja ja das White Rabbit, da musste ich erst einmal nachschlagen, wann ich dort die letzte Review geschrieben habe: August 2014! Das ist mittlerweile schon über ein Jahr her! Dank der Straight Ahead Crew gab es also mal wieder einen Grund sich in den Keller zu wagen. Wie, du kennst die Straight Ahead Crew nicht? Shame on you, denn das ist nicht das erste Konzert, das dieses „Kollektiv“ in Freiburg und Umland organisiert. Unter klarer antifaschistischer Flagge werden hier Shows organisiert, nicht etwa um fett Kohle abzustauben, sondern um mal wieder ein bisschen Bums in die Szene zu bringen und um an der einen oder anderen Stelle auch auf Themen aufmerksam zu machen, die im Alltag flöten gehen.

Straight um 20 Uhr ging es erst einmal los mit dem neuen Film „NEVER GIVE UP“, in dem die russische Antifa-Szene und das Drumherum dokumentiert wurde. What We Feel spielt darin natürlich eine wesentliche Rolle, daher gab es vorab diesen interessanten Einblick in den gewalttätigen Alltag zu sehen. Wer da nicht so den Durchblick hat, sollte sich definitiv einmal zu diesem Thema schlau machen!

Gegen 21:30 Uhr durften Enraged Minority schließlich den musikalischen Part des Abends eröffnen und nahmen mit ihrem Mix aus Streetpunk, Oi! und Ska gleich mal die Tanzfläche in Beschlag. Obwohl das White Rabbit nicht prall gefüllt war, hätte die Stimmung nicht besser sein können, denn komplett alle Zuschauer wollten die Show aus der ersten Reihe betrachten, so hatte man zumindest das Gefühl. Neben Songs zum Thema Flüssig-Nahrung gab es natürlich auch politische Themen, die nicht fehlen durften: „Fight For Your Class“ ist einer dieser Songs, dessen Titel quasi schon alles sagt. Andere Tracks, wie zum Beispiel „Antitude“ von der gleichnamigen Scheibe durften in dieser Fäuste-Strecker/Pogo/Singalong-Atmosphäre natürlich auch nicht fehlen. Zu guter Letzt gab es noch brandneue, ungehörte Songs mit dem zusätzlichen Gitarrist Jörg zu hören, der ab nächstem Jahr die zweite Axt bei Enraged Minority übernimmt. Fazit: Auch wenn hier noch nicht jeder Ton sitzt und auch die Vocals nicht in perfektem „British English“ daherkommen, legten die vier (bald fünf) Jungs eine gute Show hin und brachten das Publikum direkt von Beginn an zum Tanzen.

Nach dem lokalen Act war es Zeit für What We Feel. Auf Grund der gefährlichen Situation im Heimatland der Russen (checkt den Film!), war es nicht gestattet Bilder der Band zu machen. Also wundert euch nicht, wenn ihr oben in der Galerie nur Bilder von Enraged Minority findet. What We Feel feiern in diesem Jahr ihren 10ten Geburtstag – ein guter Grund, einen Tour-Stop in Freiburg einzulegen. Teilweise in Skimasken bekleidet, legten die fünf Russen genauso los, wie man es erwartet: voller Energie, straight forward in die Fresse und musikalisch wirklich auf einem Top-Level. Die Songs gehen vom schnellen Hardcore-Punk, über zu kräftigen Beatdown-Parts bis hin zu Punkrock-Singalongs, die teilweise dankend angenommen wurden. Die Ansagen zwischen den Tracks waren recht schwer zu verstehen, was der Stimmung aber natürlich keinen Abbruch tat. Wenn man sich mal überlegt, dass diese Jungs teilweise ihr Leben für ihre Leidenschaft aufs Spiel setzen, in die Welt rausfahren und für Gleichheit, gegen Rassismus, Faschismus und Sexismus zu singen und solch eine positive Stimmung rüberbringen, erhält man als Zuschauer gleich einen viel intensiveren Eindruck der Songs und der Band selbst. Fazit: Die Jungs haben mich einfach nur umgehauen. Musikalisch, menschlich, inhaltlich. Ich glaube dem Publikum ging es ähnlich, denn erst nach drei Zugaben war denn wirklich Schluss mit Vollgas-Pogo, obwohl die „One More Song“-Chants noch eine Weile im Raum standen.

Man schreibt ja wirklich oft, dass man etwas verpasst hat, wenn man diese Worte liest und nicht live vor Ort war, aber verdammt nochmal: Das war ein Wahnsinns-Konzert. Das nächste Mal dann sehr gerne in einer Location, wo der Sound noch einen Ticken besser rüberkommt. Danke Straight Ahead Crew!

P.S: Hier gibt es das Interview mit Sänger Ivan über Tourleben, Freundschaft und die Szene in Russland!

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